Ratenkredite hauptsächlich zur Autofinanzierung genutzt

Ratenkredite hauptsächlich zur Autofinanzierung genutzt

Den Deutschen ist die Lust am Sparen vergangen, immer weniger vom Einkommen wird fürs Alter zurückgelegt. Stattdessen beantragen viele einen Ratenkredit, um ein Fahrzeug oder andere Anschaffungen finanzieren zu können. Dieser Trend könnte sich sogar noch weiter verstärken, denn nach der erneuten Absenkung des Leitzinses wird erwartet, dass die Kreditzinsen weiter fallen.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts hat die Sparquote mit 8,5 Prozent ein neues Tief erreicht, seit 12 Jahren haben die Deutschen nicht mehr so wenig gespart wie jetzt. Im Gegenzug ist die Zahl der Kreditanträge gestiegen. Eine aktuelle Untersuchung der GfK Finanzmarktforschung, die im Auftrag des Bankenfachverbandes durchgeführt wurde, offenbart, für welche Anschaffungen die Darlehen benötigt werden. Demnach wird ein Großteil der nicht zweckgebundenen Kredite für die Autofinanzierung verwendet. Verbraucher, die sich ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug kaufen möchten, beantragen im Durchschnitt 16.000 Euro bei der Bank. Mittlerweile wird bereits ein Drittel aller gekauften Autos mit einem Bankdarlehen finanziert. Die monatliche Belastung für den Kredit liegt im Mittel bei 296 Euro, Baufinanzierungen sind hier jedoch nicht berücksichtigt. Jeder deutsche Verbraucher besitzt durchschnittlich 1,6 Kreditverträge; insgesamt haben sich die Deutschen 223 Millionen Euro von den Kreditbanken geliehen. Dabei muss jeder Deutsche noch 9.000 Euro abbezahlen. Dennoch bleibt noch genug Geld zum Sparen, 60 Prozent sparen regelmäßig. Von denjenigen, die einen Kredit bedienen müssen, legen 55 Prozent Geld fürs Alter zurück.

Leitzinssenkung könnte zu noch niedrigeren Zinsen bei Ratenkrediten führen

Nach der Leitzinssenkung von 0,50 auf 0,25 Prozent rät auch die Stiftung Warentest, bestehende Ratenkredite zu überprüfen. Da sich Geschäftsbanken nun noch günstiger Geld leihen können, werden die Kreditzinsen vermutlich noch weiter fallen. Der Rat der Experten: Wer einen Kredit mit einem effektiven Jahreszins von mehr als sechs Prozent abgeschlossen hat, sollte nun prüfen, ob ein Wechsel zu einer anderen Bank nicht günstiger wäre. Alle Kunden, die ihre Policen nach dem 11.6.2010 abgeschlossen haben, profitieren von einem besseren Kündigungsrecht. Sie können einen bestehenden Vertrag jederzeit kündigen, indem noch ausstehende Beträge teilweise oder vollständig zurückgezahlt werden. Bei Altverträgen gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Wer seinen alten Vertrag mit einem günstigeren ablösen will, sollte jedoch die Vorfälligkeitsentschädigung im Blick behalten, diese beträgt ein Prozent des noch ausstehenden Betrags. Beträgt die Laufzeit weniger als 12 Monate, werden maximal 0,5 Prozent von der restlichen Kreditsumme fällig. Bei hohen Kreditsummen und langen Laufzeiten kann diese Gebühr den Wechsel verteuern, sodass er sich nicht mehr lohnt. Kunden, die ein gutes Angebot gefunden haben, sollten außerdem mehrere Angebote einholen, um die persönliche Bonität zu überprüfen. Denn die kann sich seit dem letzten Kreditvertrag verschlechtert haben.

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